Best Practice bei Platznot: GEG-konforme Heizungssanierung unter Dach

Ein Bestandsgebäude mit extrem wenig Platz in der Dachheizzentrale, eine defekte Brennwerttherme und der Wunsch nach weniger fossilen Energieträgern: In einer ehemaligen Feldscheune von 1907 im Landkreis Uelzen modernisiert ein Ehepaar seine Wärmeversorgung. Die Lösung: eine Hybridanlage aus Gas-Brennwertgerät und Wärmepumpe – kompakt kombiniert über das Kit 65 von BRÖTJE. Was überzeugte Planer, Handwerk und Bewohner?
Vom Defekt zur Entscheidung
Seit 1992 lebt die Baufamilie in dem geschichtsträchtigen Haus, das ursprünglich als landwirtschaftliches Nebengebäude diente. Bei der Übernahme war es kaum mehr als ein verfallener Rohbau. „Wir haben keine klassische Immobilie gekauft, sondern eine Feldscheune – und sie, überwiegend in Eigenleistung, zum Wohnhaus umgebaut“, erzählt der Hausbesitzer. Beide Eheleute sind Bauingenieure. Auch was die Haustechnik betrifft, kann man ihnen daher "kein X für ein U vormachen". Entscheidungen wie die Erneuerung der Wärmeerzeugung treffen sie kompetent nach umfassender Recherche und unter sorgfältiger Abwägung der Optionen.

Rund 200 m² Wohnfläche hat das Gebäude, Fachwerk, hohe Geschosse – und eine Besonderheit: „Die Heizung befindet sich im Kniestock unter der Dachschräge, denn einen Keller gibt es nicht,“ erklärt die Ehefrau. „Wir haben uns zunächst darauf konzentriert, das Erdgeschoss bewohnbar zu machen. Die ursprüngliche Gasheizung und der Warmwasserspeicher zogen unters noch nicht ausgebaute Dach, weil sie dort am wenigsten störten.“ Dieser Haustechnikraum wurde später entlang des Holzständerwerks mit einer Wand abgeteilt – nicht größer als nötig, weshalb es dort heute sehr eng zugeht. Den Anstoß, die Heiztechnik zu erneuern, gab der verschlissene alte Gas-Brennwertkessel. Ersatzteile, etwa der Wärmetauscher, waren kaum noch zu bekommen. Gleichzeitig trat die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes in Kraft. „Eine rein fossile Lösung kam für uns nicht mehr infrage“, waren sich die Eheleute einig. Ein reiner Wärmepumpenbetrieb hätte jedoch unter anderem einen Heizkörpertausch bedeutet. So reifte der Plan, Bewährtes mit Neuem zu verbinden.
Platzverhältnisse, Bestand – und die Konsequenz Hybrid
Aus planerischer Sicht ergab sich ein klares Bündel an Argumenten für Hybridtechnik: Erstens diktierten die sehr beengten Platzverhältnisse im Dach die Bauweise – man kann den Raum kaum aufrecht begehen, nicht einmal die Zugangstür lässt sich vollständig öffnen. Eine voluminöse Wärmepumpen-Inneneinheit wäre demnach kaum einzubringen gewesen. Zweitens sollten bestehende Komponenten wie die Heizkörper im Obergeschoss weiter genutzt werden können, im Erdgeschoss wird die Wärme über eine Fußbodenheizung übertragen. Eine KfW-geförderte Hybridlösung passt genau in diese gemischte Systemlandschaft. Drittens wünschten sich die Eigentümer betriebliche Flexibilität: „Wir wollten uns Optionen offenhalten, zum Beispiel den Heizbetrieb nach Energiepreisen oder CO₂-Zielen priorisieren können“, so der Hausherr. „Der Defekt war der Anlass für die Sanierung – das GEG der Weckruf.“









