BRÖTJE setzt auf Nähe: Wie das neue Service-Zentrum Fachpartner entlasten soll

Ronald Helms
Ronald Helms: “Rastede wird zum zentralen Service-Zentrum für Deutschland."
BRÖTJE stellt die Weichen am Standort Rastede neu. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, den Produktionsstandort zu einem Service-Zentrum zu entwickeln. 40 zusätzliche Fachkräfte sollen den Kundendienst stärken, Abläufe beschleunigen und die technische Unterstützung deutschlandweit verbessern. Ronald Helms, Bereichsleitung Kundendienst bei BRÖTJE, erläutert die Hintergründe.

Redaktion: BRÖTJE befindet sich aktuell in einem umfassenden Transformationsprozess. Was bedeutet das konkret?

Ronald Helms: Der Wandel ist intensiv und fordert uns, aber er ist notwendig. Wir organisieren unsere Abläufe neu und richten sie konsequent auf individuelle Betreuung, technische Expertise und zusätzliche Dienstleistungen aus. Dafür bündeln wir Zuständigkeiten und schaffen klare Strukturen. In Rastede konzentrieren wir künftig zentrale Aufgaben des Kundendienstes, um Partnerbetriebe schneller und gezielter zu unterstützen. Parallel dazu richtet sich die gesamte BDR Thermea Gruppe, zu der die Marken BRÖTJE und Remeha gehören, strategisch neu aus, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

 

Redaktion: Ein wichtiger Baustein ist das neue Service-Zentrum. Was zeichnet ihn aus? 

Helms: Das Service-Zentrum wird die zentrale Einheit für sämtliche Serviceprozesse: von technischer Unterstützung über Ersatzteilversorgung bis zu digitalen Angeboten. Alle Anfragen laufen künftig an einem Ort zusammen. Anders als viele Hersteller setzen wir bewusst auf persönlichen Support und ein flächendeckendes Vor-Ort-Netz. Wir investieren in qualifizierte Fachkräfte statt in anonyme Callcenter-Lösungen. Unser Anspruch bleibt klar: nah, verlässlich und kompetent.

 

Redaktion: Welche Rolle spielt Rastede in diesem neuen Modell? 

Helms: Rastede wird das Herz unseres technischen Kundendienstes in Deutschland. Wir schaffen rund 40 zusätzliche Stellen und konzentrieren hier auch die Ersatzteilproduktion. Das verkürzt Durchlaufzeiten und verbessert die Materialverfügbarkeit. Mit dem Ausbau setzen wir ein deutliches Signal für den Standort und stärken seine Rolle innerhalb der BDR Thermea Deutschland.

 

Redaktion: Was ändert sich konkret für Fachbetriebe und Endkunden? 

Helms: Unsere Partner profitieren von gebündeltem Wissen und klaren Zuordnungen bei den Ansprechpartnern. Künftig erhalten Installateure Diagnosehilfen, technischen Support und Ersatzteile aus einer einzigen Einheit. Das reduziert Rückfragen, verkürzt Reaktionszeiten und beschleunigt Lösungswege. Ergänzend bauen wir digitale Assistenzsysteme aus, die bei der Fehleranalyse helfen. Entscheidend bleibt aber: Gute Betreuung entsteht durch Menschen, die das Fachhandwerk verstehen.

 

Redaktion: Der Produktionsstandort in Rastede wird aufgegeben, dementsprechend stehen weitläufige Räumlichkeiten leer. Gibt es Pläne für eine Nutzung des Produktionsstandortes durch andere Firmen?

Helms: Nein, diese Flächen werden wir weiterhin selbst nutzen. Auch wenn die klassische Geräteproduktion in Rastede entfällt, bleiben die Hallenkapazitäten ein zentraler Baustein unseres Zukunftskonzepts. Künftig bündeln und erweitern wir hier die Ersatzteilproduktion für den deutschen Markt und bauen gleichzeitig unsere Lagerkapazitäten deutlich aus. Damit stellen wir sicher, dass relevante Komponenten schnell verfügbar sind und unsere Serviceteams effizient arbeiten können. Eine hohe Ersatzteilverfügbarkeit ist ein entscheidender Erfolgsfaktor im Kundendienst und dafür bleibt Rastede auch künftig unser zentraler Dreh- und Angelpunkt.

 

Redaktion: Wie blicken Sie selbst auf die kommenden Jahre bei BRÖTJE? 

Helms: Mit Zuversicht. Der Umbau ist anspruchsvoll, aber wir gehen ihn konsequent an. Das Service-Zentrum ist dabei ein zentraler Meilenstein. Wir investieren gezielt in Menschen und Know-how, unter anderem auch über unser ganzjähriges Schulungsangebot. In mehr als 120 regionalen Trainingscentern qualifizieren wir Fachpartner praxisnah, etwa mit VDI-zertifizierten Wärmepumpen-Schulungen. So bleiben wir auch morgen ein verlässlicher und starker Partner für das Fachhandwerk.

 

Das Interview erschien zuerst im Fachmagazin IKZ-Haustechnik, Ausgabe 06/2026 

Über Ronald Helms

  • Ronald Helms begann seine berufliche Laufbahn mit einer technischen Ausbildung im Handwerk. Seit seinem Eintritt bei der August Brötje GmbH im Jahr 1995 war er über viele Jahre hinweg in unterschiedlichen Vertriebsfunktionen tätig. Parallel dazu absolvierte er ein Studium zum Diplom-Betriebswirt sowie anschließend den Master of Arts in Führungs- und Organisationsentwicklung an der Universität Bremen. Von 2010 bis 2019 verantwortete er den Vertriebsinnendienst, bevor er im Jahr 2019 die Bereichsleitung Kundendienst übernahm. Seit September 2020 ist er bei der BDR Thermea Deutschland als Bereichsleiter Kundendienst tätig und trägt seit Oktober 2023 zusätzlich die Gesamtverantwortung für sämtliche Pre- und After-Sales-Aktivitäten in Deutschland.

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